To the point(s) – Rhetorisches Analysetool

Ob Papst, Merkel oder die DiCaprio, sie alle reden zu uns. Doch wie genau tun sie das? „To The Point(s)“ ist ein rhetorisches Analysetool, welches die Redestrategien der Mächtigen und Einflussreichen unserer Zeit aufdeckt. Hierfür werden Reden in einen visuellen, informationsgrafischen Code umgesetzt und so schneller analysierbar und vergleichbar gemacht.

Der moderne Mensch des Informationszeitalters hat kaum noch Zeit.
Ihm bleibt kaum Zeit die Zusammenfassungen wichtiger Reden zu lesen, geschweige denn, sich die Reden selber anzuhören und sich so eine eigene Meinung über die mediale Manipulation zu bilden. Im Zeitalter von Hatespeech und Fakenews ist es jedoch umso wichtiger nicht nur Inhalte, sondern auch die Art und Weise, wie diese Inhalte zu uns getragen werden zu analysieren, um Intentionen und Handlungsabsichten der Akteure erkennen zu können.
„To the piont(s)“ ermöglicht es dem Nutzer, sich über das informationsgrafische System schnell einen Überblick über die Rede zu verschaffen und durch den Vergleich mit anderen Rednern rhetorische Auffälligkeiten zu erkennen und bis ins Detail zu analysieren. Wer verwendet welche Worte oft? Welche Redemuster lassen sich im Einsatz rhetorischer Figuren und politischer Frames erkennen? Wie wird vorgetragen, betont und inszeniert? Den in der Rede transportierten Fakten wird ihre rhetorische Gestaltung gegenübergestellt. Auf diese Weise soll Politikverdrossenheit vorgebeugt werden und die Möglichkeit eines Gegenpools zu Populisten, welche Emotionen an Stelle von Informationen anbieten, geschaffen werden.

Funktionsweise: Der Nutzer wird nach dem Öffnen des Tools durch ein Intro geführt, welches über das Prinzip des Netzdiagramms die einzelnen Analyseebenen vorstellt und gleichzeitig mit der zusammenfassenden Darstellung der Reden durch das blaue Polygon vertraut macht. So kann er die im Anschluss gezeigte Übersicht der Reden verstehen und bereits einen ersten Eindruck vom Redner erhalten (Wer redet lange, wer verwendet viele Rhetorische Figuren etc.).
Hat der Nutzer ein oder zwei Reden ausgewählt, kann die Analyse gestartet werden. Nun wird er nacheinander durch die bereits erläuterten Analyseebenen geleitet und hat jeweils die Möglichkeit nach spezifischen Wörtern oder Analyseparametern zu filtern, durch den Text zu Scrollen oder zu Zoomen um Details zu erkennen. Außerdem kann zu jeder Zeit in Addition zu den grafischen Darstellungen der Quelltext der Rede eingeblendet werden, um nachzuvollziehen, wie sich die Visualisierung aus diesem ergibt. Am Ende steht ein Fazit, welches die Ergebnisse der einzelnen Analyseebenen nochmals zusammenfasst und Interpretationsansätze anbietet. In diesem Zuge wird der grafische Code der Datenvisualisierung übereinandergelegt und es ergibt sich das endgültige Bild der Gesamtheit aller Ebenen. Die Navigation durch das Tool erfolgt über eine Leiste aus Icons, deren Form sich aus den Grundsymbolen der entsprechenden Analyseebene ergibt. Über das „Übersicht“-Icon oben links in der Ecke lässt sich jederzeit zu den Netzdiagrammen zurückkehren.

Muthesius Kunsthochschule Kiel

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Hinweis: Die Projektbeschreibungen sind Originaltexte der Studenten und wurden wie eingereicht belassen.